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Norbert Schreiber     Journalist und Buchautor 

Ein Internetangebot mit Informationen aus der Bücherwelt, Nachrichten aus Politik und Kultur.

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Stoppt Putin!   Offener Brief an die G-8-Staatschefs   Der fatale Unterschied zur Sowjetzeit liegt darin, dass man damals genau wusste, auf welcher Seite der Barrikade man stand - und dass die Gegner der Diktatur mit moralischem Beistand rechnen konnten. Heute aber kann Putin Ihr Schweigen dank der hohen Öl- und Gaspreise spielend erkaufen. Sie haben ja sogar geschwiegen, als Putin ein Gesetz unterzeichnete, das Morde des Geheimdienstes an ,,Feinden Russlands‘‘ im Ausland sanktioniert. Und die Praxis hat gezeigt, dass dazu alle zählen, die es wagen, Russland zu kritisieren.   Erst allmählich äußern Sie zaghafte Proteste, erst jetzt dämmert Ihnen, dass Sie sich vom Öl- und Gashaken nicht so leicht werden befreien können; dass Sie für das Spiel mit dem Aggressor bald nicht nur mit Ihren demokratischen Überzeugungen bezahlen werden, sondern auch mit der nationalen Sicherheit und dem Vertrauen der Wähler.   Aber inzwischen reichen Worte nicht mehr. Ein schlagendes Beispiel dafür war die Reaktion Putins auf Angela Merkel während des EU-Russland-Treffens. Die Kanzlerin hatte gefordert, den ,,Marsch der Nicht-Einverstandenen‘‘ in Samara zu erlauben. ,,Aber bitte sehr‘‘, hatte Putin entgegnet: ,,Die stören mich nicht! Sie sind bedeutungslos!‘‘ Der Kreml spuckt auf Ihre Worte Zur selben Zeit aber hatte Putins linke Hand die Miliz angewiesen, die Anführer des Protestes ohne Angabe von Gründen auf dem Moskauer Flughafen über Stunden festzuhalten, unter ihnen den Schachgroßmeister Garri Kasparow und auch westliche Journalisten.   Der Kreml spuckt auf Ihre Worte. Er spuckt nur nicht auf Ihr Geld, das Putins Freunde aus Ihren Staaten herausquetschen möchten, um Aktien westlicher Firmen aufzukaufen und Ihren Widerstand auch künftig zu lähmen. Man muss kein großer Analyst sein, um sich die weitere Entwicklung in Russland auszumalen. Die Opposition wird auf die Straße gedrängt, wo sie weitere Protestaktionen startet. Der Kreml wird, wie angekündigt, gegen friedliche Demonstranten mit aller Härte vorgehen. Und alles für ein Ziel: um ehrliche Wahlen zu verhindern. Putin und der enge Kreis aus den Sicherheitskräften wollen für Jahrzehnte eine Diktatur im Stil des alten sowjetischen Politbüros installieren, wo ein ,,Nachfolger‘‘ den anderen in Marionetten-Wahlen ablöst. Ich bin sicher, dass auch Sie qualifizierte Analysten haben, die wissen, dass alles dies in absehbarer Zeit zu Blutvergießen führen wird, denn der Kreml ist offenbar entschlossen, mit Gewalt auf alle Versuche zu reagieren, im Land wieder demokratische Wahlregeln einzuführen. Dies ist der letzte Moment der Umkehr. Wenn Sie in Heiligendamm die Hand Wladimir Putins schütteln, lastet die Verantwortung für das erwartbare Blutvergießen auch auf Ihren Schultern. Allein gemeinsame, rasche und harte Maßnahmen können eine Katastrophe in Russland und in der Welt verhindern. Möglicherweise besteht eines der letzten Mittel darin, Putin vor die Wahl zu stellen: Entweder der Kreml kehrt unverzüglich zu demokratischen Normen zurück, garantiert Wahlfreiheit, Pressefreiheit und stellt seine Attacken auf Andersdenkende ein - oder Russland wird aus der G8 und anderen internationalen Organisationen ausgeschlossen. In diesen Clubs würden Sie sich ja auch nicht mit einem Anführer, sagen wir, Nordkoreas, an einen Tisch setzen, nur weil er plötzlich Öl und Gas verkauft. Täuschen Sie sich nicht: Russland besteht nicht nur aus Putin und seinem Tschekisten-Klan. Das freiheitsliebende Russland stöhnt und windet sich vor Scham über Putin, über das Klima des Hasses, die Paranoia, die Spionage, die Angst. Unter Putin ist Russland erneut ein Faktor der Destabilisierung geworden. Sind Öl und Gas es wirklich wert, dem Kreml die Vernichtung der Opposition zu erlauben, hinzunehmen, dass dieses amoralische und kriegslüsterne Regime die Welt erneut an den Rand des Untergangs bringt? Vielleicht nützt es, Sie in diesen Tagen an ein russisches Sprichwort zu erinnern: Zeige mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist. 

Mehr zur Entwicklung in Russland in:


Norbert Schreiber (Hg) Russland der kaukasische Teufelskreis oder Die lupenreine Demokratie Wieser Verlag Klagenfurt


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Der im Vorjahr insolvente Wieser-Verlag startet neu durch Lojze Wieser über die Notwendigkeit, süd- und südosteuropäische Literatur zu publizieren, Peter Handke und die Eiszeit in Kärnten, die nun schon ein Jahrhundert andauert.

STANDARD: Der Wieser-Verlag hat versucht, die Literatur des süd- und südosteuropäischen Raumes hierzulande bekanntzumachen. Führte das zum Finanzkollaps?

Lojze Wieser:
Wenn man sich als kleiner Verlag auf so ein Terrain wagt, muss man sich bewusst sein, dass es auch Lawinen und Erdrutsche geben kann, da man - fast naturgemäß - für diese große Aufgabe ökonomisch schlecht ausgestattet ist. Wir haben aufgrund des ökonomischen Druckes und der Veränderungen in der Struktur der gesamten Branche eine Sanierung durchführen müssen und eine Auffanggesellschaft gegründet. Mit etwas neuem Kapital ausgestattet, machen wir weiter.

STANDARD:
Glauben Sie, dass es für Ihr Verlagsprogramm überhaupt einen Markt gibt?

Wieser:
Der Literatur aus der slawischen Welt begegnete man mit großen Vorurteilen. Deutsche Kollegen erzählen mir, dass bis heute Bücher, deren Buchumschlag ein diakritisches Zeichen ziert, im Verkauf die Tausendergrenze nicht überschreiten. Im Vorjahr haben wir die Dissertation des Nobelpreisträgers Ivo Andric, die er in Graz geschrieben hat, veröffentlicht. Auf den Buchmessen stellten wir dann die Testfrage: "Wer ist Ivo Andric?" Acht von zehn Besuchern haben den Nobelpreisträger nicht gekannt.

STANDARD:
Eine Errungenschaft des Wieser-Verlages ist es, die innereuropäische "koloniale Sicht" aufgebrochen zu haben.

Wieser: Man hat die Bilder aus diesem Raum immer mit den eigenen Bildern im Kopf überlagert. Wir im Westen gehen davon aus, dass sich diese Völker streiten und den Kopf einschlagen. Deshalb machten wir aus diesen Autoren auch Apologeten des Nationalismus. Wir übersehen, dass es sich dabei um eine Gesamterzählung handelt, der man in ihrer Differenziertheit begegnen muss.

STANDARD:
Kärnten dient vielfach als literarisches Thema. Jedoch treibt die Politik die Künstler - zuletzt offen deklariert von Josef Winkler in seiner Salzburger Rede - in die Verzweiflung. Was könnte den gordischen Knoten lösen?

Wieser:
Der Schlüssel ist die Neugier. Man muss sich für den Nachbarn interessieren, dafür, woher er kommt und was seine Erzählungen sind. In den 1930er- und 1940er-Jahren wurden unsere slowenischen Sagen in keltische Interpretationen umgedichtet, und Frost fiel über unser Land. Diese Eiszeit dauert nun schon lang an. Es ist die Literatur, die hier eine aufklärerische Chance in sich birgt. Geschichten, wie Gämsen auf der Lawine / Gamzi na plazu von Karel Prusnik-Gasper über den NS-Widerstand müssen erzählt werden.

STANDARD: Peter Handke zelebriert im Stück "Immer noch Sturm" seine große Liebe zum slowenischen Wort. Wie reihen Sie sein Werk ein?

Wieser: Handke gibt, und das zieht sich durch sein gesamtes Werk, der slowenischen Existenz in unserem Raum eine neue Begrifflichkeit. Keine ideologische, keine politische, sondern eine traurige, erzählende. Eine Literatur, getragen vom Wissen, dass vor 100 Jahren in Kärnten noch jeder Dritte Slowenisch gesprochen hat, und heute ist es jeder 45. Diese Erosion, dieses Verschwinden, dieses Wegrutschen in die Vergessenheit und ins Verbot der slowenischen Sprache findet in Immer noch Sturm eine neue Weite und Tiefe. Die literarische Brücke von Prusnik bis Handke zeigt Perspektiven auf. Außerdem hat Handke mittels seiner Übersetzungen Kärntner slowenischer Literatur den Menschen die Augen für diesen Schatz geöffnet.

STANDARD:
Kann Literatur gesellschaftspolitisch Einfluss nehmen, oder sollte sie sich die Hände nicht schmutzig machen?

Wieser:
Literatur ist kein Allheilmittel gegen korrupte Politik. Aber sie kann der Leserin und dem Leser eine neue Sicht der Dinge anbieten. Durch die Feinheit und oft freudige Darstellung eines Bildes kann Literatur uns befähigen, den allerorts drohenden Depressionen zu trotzen. Sie ist in ihrer guten Form das einzige Friedensmittel, sie nimmt Aggressivität, stärkt das vorsichtige Fragen, den in die Tiefe gehenden Blick und macht die Menschen im Idealfall ein wenig freundlicher und offener.

STANDARD:
Warum sind Sie im Zeitalter des E-Books ein Verfechter des ästhetischen Buches?

Wieser:
Für mich ist ein ästhetisches Buch eine logische Konsequenz von Achtung und Respekt vor dem geschriebenen Wort. Wenn ich ein Buch in die Hand nehme, ist es für mich, als würde ich mich mit einem Freund auf eine Reise begeben. Schöne Bücher werden, das liegt wohl in der Natur des Menschen, einfach besser behandelt.

STANDARD:
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Verlages?

Wieser: Die Saat beginnt aufzugehen. Wir haben mit den zwei Kärntner slowenischen Verlagen die literarische Tür in den Süden einen Spalt geöffnet. Zum Vorschein kamen dadurch präzise Erzählformen, Melancholie und Bildhaftigkeit, wie sie vorher im gesamten deutschsprachigen Raum nicht gegenwärtig waren. Die eindimensionale Übersetzungstätigkeit in Richtung der angelsächsischen Literatur - Handke spricht provokant von Bahnhofsliteratur - sollte durch neue Perspektiven bereichert werden. Ich wünsche mir, dass diese Tür weit aufgerissen wird. (Sabina Zwitter, DER STANDARD, 4.1.2013)

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Norbert Schreiber (Hg) Chronik eines angekündigten Mordes. Wieser Verlag Klagenfurt 2007

Russland: Elf Jahre Haft für Tathelfer im Fall Politkowskaja - Ausland - FAZ

FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Mordfall um die russische Journalistin Anna Politkowskaja ist ein ehemaliger Polizist zu elf Jahren Straflager verurteilt worden.Dmitri Pawljutschenkow muss wegen Beihilfe zur Planung des Mordes in ein Straflager, urteilte ein Moskauer Gericht am ...

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Anna Politkowskaja

Polizist wegen Mord an Politkowskaja verurteilt

Badische Zeitung
MOSKAU (AFP). Wegen der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja ist ein ehemaliger Polizist zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte Dmitri Pawljutschenkow hatte sich vor einem Moskauer Bezirksgericht schuldig bekannt, ...

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Berchtesgadener Anzeiger
Moskau (dpa) - Wegen Beihilfe zum Mord an der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja 2006 ist einer der Hintermänner zu elf Jahren Straflager verurteilt worden. Artikel versenden. Anna Politkowskaja. dpa. Die russische Justiz hatte zuvor gegen ...

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Auszug aus einem Essay von Joachim Gauck
aus: Hildegard Hamm-Brücher/Norbert Schreiber
Demokratie, das sind wir alle. Zabert und Sandmann München


Joachim Gauck
1989 – Das Später kam früher


Wo beginnen? Mit dem ganzen Dunkel des Ostens, dem systemstypischen Grau, den abbröckelnden Fassaden, der täglichen Anpassung und Gewöhnung? Oder mit dem Druck, dem Schrecken und Erschrecken, der Hunderttausende aus dem Land trieb? Oder mit der Nostalgie, die den Bildern aus der untergegangenen DDR eine harmonisierende Sepia-Färbung verleiht?

Ich beginne mit dem Glück. Wir schrieben den 19.Oktober 1989. In der Rostocker Marienkirche drängten sich Tausende von Menschen. Sie waren nicht zum ersten Mal hier, sondern brachten schon in der Vorwoche ihren Wunsch nach Erneuerung der Gesellschaft zum Ausdruck. Das hatte andere motiviert, dazuzukommen, so wurden in anderen Kirchen Parallelgottesdienste mit exakt denselben Texten abgehalten. Wir Organisatoren dieser Veranstaltungen trugen über unsere Netzwerke Informationen von den sich neu bildenden Bewegungen und aus anderen Städten zusammen. All diese Menschen hatten gehört von den Montagsdemonstrationen in Leipzig seit September, von den Demonstrationen in Plauen seit Anfang Oktober. Sie hatten im Westfernsehen Tausende von Flüchtlingen in der Botschaft der Bundesrepublik in Prag gesehen, gehört von der Massenausreise in verriegelten Zügen über Dresden, sie hatten die Prügelorgien der Staatsmacht in Dresden und am 7.Oktober in Berlin beklagt und viele hatten für die Opfer Mahnwachen und Fürbittandachten organisiert. Aber auf der Straße waren sie bis dahin noch nicht gewesen. Was würde jetzt in Rostock geschehen? Fehlte uns der Mut der Sachsen? Mussten wir Mecklenburger uns an den Tankstellen im Süden beschimpfen lassen, weil es im Norden zu keinen „öffentlichen Kundgebungen gegen den Staat“ gekommen war?

Ich war damals seit fast zwanzig Jahren Pastor in Rostock, seit kurzem auch Sprecher des Neuen Forums. An jenem 19.Oktober 1989 predigte ich in der überfüllten Marienkirche - über Amos 5, 21-24, wo es unter anderem. heißt: „Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und ob ihr mir gleich Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich keinen Gefallen daran… Es soll aber Recht offenbart werden wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein starker Strom.“

Der Staatsfeiertag am 7. Oktober 1949 anlässlich der DDR-Gründung vor 40 Jahren war erst wenige Tage vorbei. Wir alle in der Kirche hatten in den Nachrichten die Menschenströme gesehen, die an den Tribünen vorbeigezogen waren und der ergrauten Macht ihren Tribut gezollt hatten. Wir alle hatten uns dabei gesehnt nach einem Amos, einer Kassandra, einem Jan Hus oder einem Martin Luther King, der – so sagte ich damals – „das kollektive Unrechtsempfinden und die kollektive Sehnsucht nach Wahrheit und Recht“ ausdrücken würde. Aber war es nicht an einem jeden von uns, die Freiheit einzuklagen?

Da hörte ich mich auf einmal sagen, dass es Menschen gebe, die ihrer Angst ‚Auf Wiedersehen’ sagen und den aufrechten Gang trainieren: „Wir wollen nicht in der Schizophrenie unser Leben verbringen. Wir wollen hier leben in Wahrheit und Gerechtigkeit… Es gibt genug Stasi-Leute um uns herum, wir suchen die Stasi nicht in uns.“ Erst gab es eine Pause. Einige schluchzten. Dann fingen alle an zu klatschen.
 
                                    ...
So beglaubigte die große ostdeutsche Freiheitsbewegung nach vierzig Jahren das Grundgesetz neu. Viele im Osten hätten es zwar besser gefunden, zur Vereinigung auch eine neue Verfassung zu schaffen. Aber die Grundrechte und die wesentlichen Bestandteile des Grundgesetzes wären in dieser Verfassung natürlich zentral veran-kert gewesen.

Hat die westdeutsche Gesellschaft von 1990 eigentlich dieses große Plebiszit für die parlamentarische Demokratie und ihr Grunddokument wahrgenommen? Hat sie den so vehement durchgesetzten Einheitswunsch wirklich in der Tiefe verstanden - nämlich als Entscheidung, dahin zu gehen, wo nicht wieder ein ideologisch unter-mauerter Versuch zur Schaffung eines Heilssystems unternommen werden sollte, sondern erprobte demokratische Realität waltete? Wie einfach war es 1990, Bana-nengier und Westgeldseligkeit als Triebkräfte der Ossis zu beschreiben. Derartiges aus einer so konsumorientierten Gesellschaft wie der westdeutschen zu hören, zu-dem nicht selten von Intellektuellen, war nicht nur peinlich, sondern zeigte erschre-ckende Wahrnehmungsdefizite

Zwar gibt es bis heute viel Fremdheit zwischen Ost- und Westdeutschen, einfach weil die Politik- und Lebenswelten so lange so unterschiedlich waren, aber die ’89er Politikziele und die politische Architektur der alten Bundesrepublik passen zueinander. Wie schön wäre es gewesen, mit der Einheit einen großen Zustim-mungsakt der Bevölkerung zur Verfassung zu ermöglichen.

Aber auch ohne ein solches Symbol bietet das Jahr 2009 den Deutschen die Gele-genheit, sich über ein doppeltes Ja der Nation zum europäischen Demokratieprojekt zu freuen: 60 Jahre Recht, Freiheit, Demokratie im Westen und 20 Jahre eine fried-liche Freiheitsrevolution im Osten. Und all das als ein Land, das in Freundschaft und Frieden mit seinen Nachbarn lebt.

Es war unglaublich. Wir waren das Volk. Und ich war dabei.

Seit 20 Jahren nenne ich dieses Land gern mein Land.

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Mein neues Buch: Europa erlesen PFALZ

Berge, Burgen und Bacchus
Weck, Worscht und Woi
 

Die Pfalz – die Toskana Deutschlands. Mit Bergen, Burgen und Bacchus. Mit Weck, Worscht und Woi. Diese Pfalz-Anthologie, die im Herbst in der Reihe EUROPA ERLESEN erscheint, ist wie eine Weinprobe, sie bietet kleine Literatur-Schlückchen, um die Pfalz zu erproben. Die Pfalz, eine Landschaft zum Verlieben, ein grünes Rebenmeer und sanfte Berghügel des Pfälzerwaldes. Die Römer brachten den Wein, die Evangelischen die Reformation, die Franzosen die revolutionären Gedanken, das Hambacher Fest den Sinn für Freiheit und Demokratie. „Die Pfalz ist das Land des Lachens und der Literatur. Essen, Trinken, Feiern, Lesen und Genießen – der Pfälzer Imperativ“, schreibt der Herausgeber in seinem Pfalzbeitrag.

Der Erzählband bietet Landschaftsbeschreibung und Liedtexte, alte und neue Autoren, wieder entdeckte Literaten, Gedichte, Rezepte, Personenporträts, Geschichte und Geschichten. Der Leser findet bekannte Autoren wie Ludwig Harig und Joachim Ringelnatz, Pfälzer Mundartdichter wie Paul Tremmel oder Helmut Metzger, Literatinnen wie Lina Staab oder Martha Saalfeld. Die pfälzische Literaturlandschaft ist also ebenso beschrieben wie  berühmte Persönlichkeiten. Porträtiert sind etwa Erika Köth, der Polarforscher Georg Neumayer oder die Reporterlegende Rudi Michels. FCK- und Fritz-Walter-Fans kommen ebenso auf ihre Kosten wie Saumagen-Freunde und Läwwerknepp-Genießer. Im Buch ebenso zu finden: Liselotte von der Pfalz, Sagen und Legenden, Wein, Weib und Gesang.

Mit weiteren Texten von: Adolph Freiherr von Knigge, Georg Büchner, Jakob Grimm, Wilhelm Grimm, Heinrich Heine, Leopold Jacoby, Helmut Seebach  u. v. m.

Der Herausgeber: Norbert Schreiber, 1949 in Kaiserslautern geboren; zuletzt Hörfunkjournalist der ARD; Redakteur im Bereich Kultur, Bildung und Wissenschaft im Hessischen Rundfunk, erhielt den Robert-Bosch-Preis für ehrenamtliches Engagement in Osteuropa.

Zuletzt im Wieser Verlag erschienen: Russland – Der kaukasische Teufelskreis oder die lupenreine Demokratie (2008); in der Reihe Gehört-Gelesen: Närrisch an das Leben glauben. Lenka Reinerová im Gespräch mit Norbert Schreiber (2008); gemeinsam mit Lojze Wieser: Wie schmeckt Europa? (2009) und Europa weiter erzählen (2011)

Norbert Schreiber (Hg.) Europa erlesen: PFALZ                                                                              
ISBN: 9783851299359
ca. 250 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck
EUR 12,95 / sfr 18,90

AMAZON
http://www.amazon.de/Pfalz-Norbert-Schreiber/dp/3851299353  

Kontakt für Presseanfragen: Norbert Schreiber NLSchreiber@t-online.de oder Tel. 09922- 804 9994






Der Teufelstisch im Dahner Felsenland

Aus dem Nachwort:

So oder zumindest so ähnlich muss das Paradies aussehen, in das wir doch alle so gerne kommen wollen. Machen wir also das Tor dort hin weit auf: Helles Sonnenlicht breitet sich über der Vorderpfalz aus, der Himmel blassblau und völlig wolkenlos, eine sonnendurchflutete Landschaft liegt uns zu Füßen – zum Verlieben. Da ist nichts Düsteres. Nur Helles, Lichtes, Luftiges. Die grünen Rebhügel schmiegen sich eng an die nicht steilen Haardt – Hänge des Pfälzerwald – Gebirges und bedecken die Flächen in der Ebene so weit das Auge reicht in den Süden und Norden und fast bis zum Rhein. An den Waldrändern sieht man die hohen stolzen Kastanienbäume in den Himmel wachsen, die dann im Herbst ihre genießbaren Früchte abwerfen und – auf dem Herd geröstet – so wunderbar schmecken. Natürlich mit Wein verkostet. Am besten mit dem helltrüben Federweißen, der noch etwas süß schmecken darf. Dem Neuen Wein aus aktueller Ernte.

Ein schier unendliches Rebenmeer ringsum verspricht: hier muss der Wein in Strömen fließen, und er tut es auch. Der Herrgott hat es gut gemeint mit der Pfalz, und deshalb glauben die Pfälzer auch an ihn, jedoch eher aus protestantischer Richtung. ER hat dem Landstrich ein mildes Klima geschenkt, dazu einen abwechslungsreichen Flecken Erde, gesegnet mit viel Wald – -und Weinlandschaft, ein Mittelgebirge mit engen romantischen Tälern, Weindörfern, die sich mit Fachwerk herausgeputzt haben und den Besucher in die verwinkelten Gassen und unzähligen Wein – Schenken lockt. Hier lass´ dich ruhig nieder. Und diese Pfälzer haben keine bösen Lieder, weil sie eben gerne in der Gemeinschaft singen. Pfälzer rücken dann am Tisch zusammen und lassen den Schoppen mit Schorle oder Wein kreisen.

Fast fünf Millionen deutsche Besucher und eine halbe Million Ausländer haben die Chance in gemütlicher Runde die fröhliche Pfälzerin und den lustigen Pfälzer kennenzulernen, denn dieser Menschentypus ist nicht auf den Mund gefallen und von Haus aus fremdenfreundlich und auf Kontakt aus. Notfalls lockert der Wein dann eben die Zunge. Und das Herz des Pfälzers schlägt immer schon europäisch. Die Franzosen als Nachbarn und inzwischen als Freunde, die US – Amerikaner als Arbeitgeber, frühe Städtepartnerschaften in der ganzen Welt, internationale Gäste bei den Weinfesten, ja Offenheit und Toleranz prägen den Charakter dieses Volksstamms. Die Pfalz ist das Land des Lachens. Essen, Trinken, Feiern, der Pfälzer Imperativ.

Grob geographisch gesehen liegt die Pfalz zwischen Mannheim und Saarbrücken – auf der Ost – Westachse und zwischen Mainz und Karlsruhe auf der Nord – Südschiene.

Im Herbst wachsen die reifen Feigen in den Mund, liegen die dicken Walnüsse auf dem Weinpfad, der von dichten Brombeerstauden begrenzt ist, hängen gelbe Zitronen in den üppigen Bauerngärten an den kleinen Bäumchen.

Man muss als Gast eine Genießerlaune mitbringen, um sich dem Pfalzgefühl ganz und gar hinzugeben.

Die Pfalz kann mit zwei Superlativen aufwarten, der größten zusammenhängenden Rebfläche und dem größten zusammenhängenden Waldgebiet in Deutschland, dem Pfälzer Wald, den der Pfälzer dudenwidrig auch zusammenhängend zusammenschreibt. Also heißt er Pfälzerwald.

Die hier vorliegende Anthologie Europa erlesen PFALZ muss sich in ihrer Auswahl beschränken und betont den Vorderpfälzer Raum an der deutschen Weinstraße. 

Diese Pfalz – Anthologie ist wie eine Weinprobe, sie bietet kleine Schlückchen, um die Pfalz zu probieren.

Die Pfalz – die Toskana Deutschlands. Mit Bergen, Burgen und Bacchus. Mit Weck, Worscht und Woi. Die Pfalz, einfach ein gutes Gefühl. 

Das Hambacher Schloss




Rezension der RHEINPFALZ
"80 Geschichten über die Pfalz"

RHEINPFALZ.docx



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Das Buch zur Europakrise
EUROPA WEITER ERZÄHLEN


Es geht nicht nur um die aktuelle Finanzkriser. Europa steht auch vor anderen großen Herausforderungen. Aus Afrika kommen Flüchtlinge nach Europa, die bei uns ihre Zukunft suchen. Die Zustimmung der Bürger zu Europa schwindet.
Auch die bevorstehende Energiewende stellt Europa vor gewichtige Aufgaben. Bisher wurde Europa als Erfolgsgeschichte erzählt, geprägt von der Aufklärung, den demokratischen Prinzipien und universellen Menschenrechten. Was aber sind die politischen, religiösen, sozialen und ökonomischen Zukunftsperspektiven des erweiterten Europas? Der Band „Europa weiter erzählen“ in der Reihe Geist & Gegenwart versammelt renommierte europäische Autoren, die ein differenziertes Zukunftsbild Europas entwerfen. Griechenland-Pleite, Kroatien-Beitritt, Türkei in die Europäischen Union?

http://www.wieser-verlag.com/buch/europa-weiter-erzaehlen

Europa muss weiter erzählt werden...

Hier einige Zitate aus dem Buch

"Wir haben es nicht geschafft die Weltarmut auch nur ansatzweise zu verringern, wir sind eher dabei die Kluft zu vergrößern. Die Versprechungen von Europa, was die Entwicklungspolitik angeht,  sind nicht gelungen auch nur annähernd sichtbar zu machen für die Welt. Mittlerweile wird der europäische Kontinent schon bedroht, von den Menschen, die auf den Meeren schon krepieren, die an den Ferieninseln anlanden. Und wenn wir uns dieser Zukunftsfrage der Menschheit nicht annehmen, dann gnade uns Gott in diesem Europa."
Rupert Neudeck - Journalist und Hilfsorganisation Grünhelme

EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Vom Frieden und den Waffen
"Friede ist nicht schon erfüllt, wenn Waffen schweigen. Friede braucht Gerechtigkeit."
Norbert Blüm -Von 1982 bis 1998 war Blüm Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung der Bundesrepublik Deutschland

EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Terrorismus-Waffen-Armut
„Den Terrorismus muss man mit Waffen bekämpfen auch mit einer Weltpolizei, aber das ist alles vergeblich wenn die westlichen Demokratie nicht endlich ihre Weltwirtschaftspolitik ändern, die die Ursache ist für die immer größer werdende Armut, die dazu führt, dass heute 1,3 Milliarden Menschen weniger zum leben haben als der Gegenwert eines Dollars pro Tag ausmacht. Die Armut nimmt zu nicht ab. Das ist eine Feststellung der Weltbank.“
Heiner Geissler - Er war von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU

EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Zukunftshoffnung
„Italien ist ein altes Land und wird auch Berlusconi überstehen.“
Klaus Wagenbach - Deutscher Verleger
 
EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Information und Illusion
Es gibt eine Art Informations-Illusion. Man könnte auch sagen, viele wissen das know how, aber nicht das know why. Wissen ist etwas was man sich stärker durch Lebenserfahrung aneignet, durch die eigene Biographie, auch durch Leiden. Wir sind eher eine Informationsgesellschaft als eine Wissensgesellschaft.
Roger Willemsen - Autor Journalist und Moderator 
 
EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Zivilgesellschaft als Bündnispartner
Wir haben die zehn neuen Länder in Europa wie im Traum dazugewonnen und entdecken nun wie wenig wir von ihnen politisch und kulturell wissen. Es ist ein Lernprozess und wenn er gelingen sollte auf diesem Erdteil eine Zivilgesellschaft einzurichten, die sich zugleich als Bündnispartner erfahren und ihre Differenzen auch gelten lassen könnten, dann wäre etwas gelungen, was es in der Weltgeschichte noch nie gab.“ 
Adolf Muschg - Schriftsteller Schweiz
 
EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Brüssel als Sündenbock
„Das Merkwürdige an Europa ist, dass es für etwas verantwortlich gemacht wird, was in der Verantwortung der einzelnen nationalen Regierungen liegt. Ich hab manchmal den Eindruck, dass Brüssel zum Sündenbock gemacht wird.
Hans-Dietrich Genscher - Deutscher Politiker (FDP) und Bundesminister des Auswärtigen a.D. 

EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Fehlende Legitimation
Europa hat in den letzten 30 Jahren einen unglaublichen Modernisierungsprozess durchgemacht. Es geht Europa besser als wir denken. Und Europa hat am Ende die Zukunft. Das  meinen auch die USA. In Europa hat man allerdings einen Fehler gemacht bei der Entwicklung der europäischen Union. Man hat die Leute nicht mitgenommen. In die Legitimation hat man nicht investiert. Das war nur ein technokratischer Prozess.
Geert Mak - Niederländischer Schriftsteller und Essayist

EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Von der Freiheit und Vielfalt
„Es muss klar sein wofür dieses Europa eigentlich haben. Da ich der Meinung bin, dass Europa nur dann wünschenswert ist, wenn es einen Gewinn an Freiheit bringt, teile ich viele der Sorgen nicht, die sich manche Berufseuropäer machen. Auch das Europa der sechs war total zerstritten. Zu einem Europa der Freiheit gehört für mich auch, dass man keine Grenzen setzt, sondern dass man sich dann mit den Fragen auseinandersetzt, wenn sie auftauchen. Die Türkeifrage existiert. Ich habe eine viel offenere Europavorstellung als die die gängig ist. Ich liebe die Vielfalt. Und ein Europa der Vielfalt.“ 
Ralf Dahrendorf - Soziologe, Ehemaliger Direktor der London School of Economics and Political Science, Mitbegründer der Universität Konstanz und Mitglied des britischen House of Lords (†)

EUROPA WEITER ERZÄHLEN: Begriffsstutzigkeit
"Das Volk hat  das Umlernen, das globale Denken in europäischen Dimensionen noch nicht begriffen".
Karl Dedecius - Karl Dedecius ist ein deutscher Übersetzer polnischer und russischer Literatur.

Norbert Schreiber, 1949 in Kaiserslautern geboren; Hörfunkjournalist der ARD; Redakteur im Bereich Kultur, Bildung und Wissenschaft im Hessischen Rundfunk; Robert-Bosch-Preis für ehrenamtliches Engagement in Osteuropa.
Zuletzt im Wieser Verlag erschienen: Russland – Der kaukasische Teufelskreis oder die lupenreine Demokratie (2008); in der Reihe gehört-gelesen: Närrisch an das Leben glauben. Lenka Reinerová im Gespräch mit Norbert Schreiber(2008); gemeinsam mit Lojze Wieser: Wie schmeckt Europa (2009); in der Reihe Europa Erlesen: Böhmerwald (2007).




















Lojze Wieser
, 1954 geboren, lebt als Verleger in Klagenfurt/Celovec und legt den Schwerpunkt seines Programms auf südosteuropäische Literatur. Bei ihm sind über neunhundert Bücher erschienen. Die Reihe Europa Erlesen und die Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens erreichten Kultstatus.

Norbert Schreiber / Lojze Wieser (Hg.)
Europa weiter erzählen Edition Geist & Gegenwart Wieser Verlag Klagenfurt 2011

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